Distortions lädt auf den ersten Blick dazu ein, auf Entdeckungstour zu gehen. Doch schnell wird klar, dass wir hier keine einladende Welt wiederfinden. Wir begleiteten unsere Protagonistin auf die Reise durch einen Albtraum, der sich aus ihrer eigenen mentalen Instabilität manifestiert. Gefangen in einem selbst gebauten Gefängnis versuchen wir den schrecken der Vergangenheit gegenüberzutreten. Doch wie kam es so weit? Was war passiert? Wir gehen auf eine Reise voller verwirrender, dunkler und verzerrter Erinnerungen. Bewaffnet mit einer Violine, nutzen wir die Kraft der Musik einen Weg ans Ziel zu finden.

Verzerrt

Distortions kommt von einem kleinen brasilianischen Indie Studio namens Among Giants. Es besteht kein Zweifel, dass in Distortions viel Herzblut und frische Ideen geflossen sind. Doch leider funktioniert nicht alles so, wie es sollte. Wir begleiten eine junge namenlose Frau auf ihrem Weg, eine schlimme Tragödie ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten. Die Geschehnisse werden in Form von Tagebuch Seiten, die im Laufe der Geschichte gefunden werden können, nacherzählt. Zusätzlich wird die Handlung durch Sequenzen mit dem Exfreund vorangetrieben, welcher unserer Protagonistin hilft, einen Ausweg aus dem Albtraum zu finden. Am Ende ergibt die Erzählung durchaus ein stimmiges Bild, lässt aber auch einiges offen zur Interpretation des Spielers. Dies möchte ich dem Spiel aber keinesfalls negativ anrechnen, da somit jedem Spieler ein noch persönlicheres Erlebnis ergibt.

Malerisch

Zu den großen Stärken des Spiels gehören sicherlich die wunderbaren Artworks die den Hintergrund (Skyboxes) des Spiels schmücken. Ich erwischte mich, das eine oder andere Mal, dabei die malerische Berglandschaft zu genießen. Auch der Soundtrack ist besonders  für ein Indie Spiel phänomenal gut gelungen und untermalt die Atmosphäre in gelungener Weise. Das Thema Musik spielt aber auch eine zentrale Rolle auf unserem Weg durch die verzerrte Welt von Distortions. So können wir die bereits erwähnte Violine benutzen, um die Welt zu unseren Gunsten zu beeinflussen oder zum Schutz gegen Monster einzusetzen. Dies kann durch das gelungene Spielen der Violine erreicht werden. Hier müssen Töne in der richtigen Reihenfolge und Länge gespielt werden, um den gewünschten Effekt zu erlangen. Im Laufe der Geschichte erlernen wir verschiedene Melodien, die uns in verschiedenen Situationen nützen. So erreichen wir Orte, die vorher versperrt waren oder können uns an üblen Monstern vorbei schleichen.

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Überspannt

Doch die Immersion wird des Öfteren völlig gebrochen. Immer wieder habe ich mich in der Welt verlaufen oder wusste einfach nicht genau was ich überhaupt als nächstes tun sollte. Die Weltkarte war bis auf wenige Ausnahmen auch nicht besonders hilfreich. Dies führte leider zu einigen ernüchternden Momenten, die durch technische Mängel noch verstärkt wurden. Das Spiel hat noch einige Bugs und technische Hick- Hacks zu verzeichnen. Leider hörten die Probleme hier nicht auf. Vor allem die hakelige Steuerung und die oftmals verwirrende Kameraführung machten das Abenteuer ab und zu frustrierend. Auch die Animationen wirken des Öfteren sehr hölzern. Hier fehlt dem Spiel leider der nötige Feinschliff, sodass der Eindruck entsteht, dass sich das kleine Indie Studio etwas übernommen hat.

Fazit

Distortions ist von der ersten Sekunde an anders. Die Geschichte greift durchaus interessante Themen auf, welche berühren und zum Nachdenken anstoßen. Hier hat Among Giants gute Arbeit geleistet. Lässt man sich auf das Spiel ein, wird man mit viel ehrlichen Emotionen belohnt. Besonders der künstlerische Aspekt des Spiels kann überzeugen und begeistert mit tollen Werken begabter Künstler. Doch die technischen Mängel wie Bugs, Steuerung und Kameraführung führen immer wieder zu frustrierenden Momenten. Das verwirrende Level Design reißt die Immersion leider des Öfteren auseinander. Doch wenn ihr bei den genannten technischen Problemen ein Auge zudrücken könnt, erwartet euch ein interessantes Abenteuer.

 Gefällt mir  Gefällt mir nicht
– tolle Artworks
– stimmungsvoller Soundtrack
– Geschichte macht neugierig und bewegt
– verwirrendes Leveldesign
– ungenaue Steuerung
– einige Bugs und Spielabbrüche
– manchmal seltsame Kameraführung
– schwache Animationen

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