Von der Antike zum Informationszeitalter 
Mein erstes Civilization bekam ich von meinem Vater, dies muss im Jahr 1999 gewesen sein, als Civilization II für die PlayStation 1 in Europa erschien. Wie damals üblich habe ich mir meine Videospiele eher zufällig ausgesucht. Einmal in der Woche marschierte ich voller Vorfreude in den örtlichen Elektroladen, um nachzusehen, welche neuen Spiele im Regal standen. Man mag es heut kaum noch glauben, aber das war, mehr oder weniger, meine einzige Informationsquelle, wenn es um Videospiele ging. Falls mir ein Videospiel Cover zusagte, fragte ich den lieben Verkäufer, ob ich mir das Spiel ansehen dürfe. Damals hieß das so viel wie die Verpackung genau durchzulesen.

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Civilization II

Die abgebildeten Screenshots auf der Rückseite zeigten, wie das Spiel wohl aussehen mag. Hatte gerade der Verkäufer Dienst, welchen ich damals für halbwegs kompetent hielt, kam noch meistens eine Folgefrage: „Und, ist es denn auch gut?“ Darauf antwortete der Mann mit der tiefen Stimme immer: „Ja es ist super, ich selbst spiele es sehr oft“ oder etwas ungenauer: „Ich konnte es selbst noch nicht ausprobieren, aber ich höre nur gute Dinge darüber“. Die Bestätigungen des Verkäufers, untermauert vom tollen Cover, haben mir dann gereicht, um zu wissen, dass Civilization II super sein muss. Und das war es dann auch.

One more turn – Was macht die Faszination von Civilization aus?
Angefangen bei den unzähligen Stunden, die meine PlayStation die Civilization II CD im Laufwerk drehte, bis hin zum aktuellsten Addon für den sechsten Ableger, hat meine Begeisterung für die Serie nicht nachgelassen. Das Grundprinzip hat sich von damals bis heute nicht geändert. Man übernimmt die Kontrolle über eine Civilization seiner Wahl. Genauer gesagt schlüpft ihr in die Rolle einer der vielen charismatischen Anführer eines Volkes, die Historischen Anführern nachempfunden sind. Dadurch bekommt das Spiel sogar einen leichten Rollenspiel Flair. Man baut Städte, kümmert sich um Wissenschaft, Kultur, Militär, Zufriedenheit und Religion der eigenen Nation. Die Welt soll erkundet werden, sodass andere Völker zu Freunden und Verbündeten oder erbitterten Feinden werden. Dies führt wiederum zu Handel, Kriegen und Spionage.  Im Grunde eine starke Vereinfachung unserer realen Welt und nichts das es nicht bei anderen Strategie- Spielen auch geben würde.

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Civilization VI Concept Art

Doch Civilization ist mehr als die Summe seiner Einzelteile. Uns Introvertierten wird oft der Wunsch, die Welt zu verbessern, nachgesagt. Wir möchten etwas verändern, verbessern, den Menschen um uns herum helfen. Es ist dieser Gedanke, der mich gerne Civilization spielen lässt. Ich kreiere meine eigene Welt. Obwohl ich selbst die fiktive Welt von Civilization nicht völlig kontrollieren kann, übernehme ich eine entscheidende Rolle. Ich kreiere meine eigene Geschichte. Eine Welt in der Wissenschaft und Kultur über Kriege und Reichtum stehen. Ich eile meinen friedliebenden Verbündeten zur Hilfe, wenn sie mich brauchen. Ich bin Beschützer der kleinen Stadtstaaten. Ich mache die Welt von Civilization zu einem besseren Ort.

Civilization lässt euch völlig freie Wahl, wie ihr euer Volk durch die Zeitalter führt, sodass unterschiedliche Spielertypen angesprochen werden. Während ich meine Begeisterung für Geschichte, Wissenschaft, Kunst und Weltwunder auslebe, kann ebenso ein Feldzug der Eroberung mit Krieg, Spionage, geschickter Diplomatie und den modernsten Waffen und Einheiten unglaublich viel Spaß machen. Jedes Spiel entwickelt sich völlig anders als das vorherige und bedarf eurer Anpassung um das Volk eurer Wahl zum Sieg zu führen. Damit bleibt das Spiel auch langfristig spannend.

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Civilization VI

Mein 12-jähriges Ich genoss Civilization II genauso wie ich heute Civilization VI. Allein diese Tatsache macht das Franchise zu einem der bedeutendsten meiner Spiele Vergangenheit und Gegenwart. Egal ob Entspannung oder Erlebnis, Civilization passt bei jeder Gelegenheit, Laune und Energielevel. Egal ob ich etwas Aufmunterung brauche, Zeit für mich benötige, oder die Spannung der Entdeckung der Welt und Wunder erleben möchte. Civilization passt immer. Alleine der bombastische Soundtrack von Civilization 6: Rise and Fall motiviert mich immer wieder noch eine Runde zu spielen. Nur noch schnell eine Stadt gründen, nur noch schnell den Hafen bauen, nur noch schnell die Mathematik erforschen. Nur noch schnell „One more turn“ seit 19 Jahren.


Civilization VI (Rise and Fall) darf von jedem (Runden-) Strategie Spiel Liebhaber ohne größere Bedenken gekauft werden. Habt ihr dazu noch ein Faible für Geschichte, werdet ihr das Spiel lieben. Introvertierte Spieler dürfen sich darüber Freuen dass Civilization sowohl zum Entspannen nach überstimulierenden Tagen, als auch zum Erleben und Eintauchen in eine tolle Welt geeignet ist!

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3 Kommentare zu „Civilization: One more turn, 19 Jahre später

  1. „Egal ob ich etwas Aufmunterung brauche, Zeit für mich benötige, oder die Spannung der Entdeckung der Welt und Wunder erleben möchte. Civilization passt immer.“

    Ein sehr schönes Fazit. Civ ist einfach für jede Gemütslage perfekt geeignet. 🙂

  2. „One more turn“ trifft es auf den Punkt. Ich verfolge die Spielereihe seit Civ III und bin bis heute ein treuer Anhänger. Ist durch das rundenbasierte Gameplay auch perfekt geeignet zum „nebenbei“ Zocken, aber gleichzeitig auch ein enormer Zeitschlucker. Ganz viel Liebe für Civ!

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