Bethesda hält, als einer der letzten großen Publisher, die Fahne für reine Singleplayer Spiele hoch. Prey aus dem Hause Arkane Studios erschien im May 2017 und versprach ein intensives First Person Horror Spiel zu werden. Lasst uns zusammen hinter die Kulissen des Spiels schauen und ergründen, auf welche Elemente besonderes Augenmerk gelegt wurde und was für mich als Introvertierten gut bzw. nicht so gut funktioniert hat.

Prey erzählt eine Geschichte einer alternativen Zukunft, in welcher John F. Kennedy niemals starb und in seinem Sinne die Eroberung des Weltraums fleißig vorangetrieben wurde. Die von der Firma TranStar Corporation geführte Raumstation erforscht unter anderem Neuromods, welche die geistigen und körperlichen Fähigkeiten von Menschen verbessern können. Ihr übernehmt die Rolle von Morgan Yu, einer der leitenden Wissenschaftler auf der Talos I. Doch bereits in den ersten Minuten wird klar, dass hier einiges schief gelaufen ist. Eine außerirdische Macht treibt ihr Unwesen. Die Station ist großteils überrannt, überall sprühen Funken, Türen sind verbarrikadiert und Automatik-Geschütze wurden aufgestellt. Ein Horror Szenario, das von Anfang an Lust auf mehr macht.

Prey versucht in vielerlei Hinsicht anders zu sein. Dies ist mir bereits aufgefallen, als ich anfangs versucht habe das Spiel einer Kategorie zuzuordnen. Prey wird aus der First Person Perspektive gespielt, und obwohl es im klassischen Sinn Waffen enthält, ist es kein Shooter. Es ist viel mehr als das! Ein interessanter Mix aus Rollenspiel, Schleichen, Rätseln und Schießen vereint im groben die Beschreibung von Preys Genre. Das Gameplay ermutigt den Spieler immer wieder alternative Lösungen für brenzliche Situationen zu finden. Und davon gibt es meistens einige. Geheime Wege finden, Schleichen, Klettern, Hacken oder ganz neue Wege selbst basteln. Da Munition relativ rar ist es durchaus notwendig sich mit diesen Features zu beschäftigen. Durch die, oben erwähnten Neuromods, entwickelt ihr euer Können in selbst gewählten, rollenspieltypischen Talentbäumen weiter und bekommt somit Zugang zu neuen Bereichen der Raumstation.

Im Laufe der der über 20 Stunden langen Kampagne begegnet man des Öfteren überlebende Crewmitglieder, die einem neue Quests auftragen und die Geschichte vorantreiben. Doch leider hat Prey gerade hier eine der größeren Schwächen. Die Nebenquests lenken eher von der Hauptgeschichte ab, anstatt sie zu bereichern. Die Menge an Quests mit denen man des Öfteren bombardiert wird, ist für der Immersion nicht gerade zuträglich. Des Öfteren habe ich völlig vergessen, welcher nächste Schritt in der Hauptgeschichte ansteht, da ich eine Stunde durch die Stationen geirrt bin, um eine Nebenaufgabe zu erledigen. Apropos herum geirrt. Fast alle der Quests erfordern es eine ganze Reihe von Gebieten wieder und wieder abzusuchen. Erschwerend dabei kommt hinzu, dass bei einem Gebietswechsel jedes Mal ein langer Ladebildschirm auf euch wartet. Somit wiederholt sich das Schema „Neue Quest – Gebiet – Ladescreen – Gebiet – Ladescreen usw.“ im Minutentakt. Dabei verliert das Spiel immer wieder seinen Spannungsbogen. Das ständige Backtracking sowie ungenaue Gebietsangaben runden den Frust dann ab.

Die Story wird leider bis auf wenige Szenen relativ schwach präsentiert, sodass am Ende der Geschichte wenig bis gar keine Emotionen aufgekommen sind. Informationen zu den Ereignissen, die zu dem Schlamassel auf der Station geführt haben, bekommt ihr eher durch Emails, Audiologs oder ähnlichem die ihr im Laufe eures Abenteuers findet. Doch genau an dieser Stelle wurde mir dann klar, dass Prey einen anderen Ansatz verfolgt. Es möchte nicht episch sein. Nein, Prey setzt auf Planung, Strategie, Erkundung, auf verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Rund um diese Elemente wird dann noch eine mittelmäßig inszenierte aber interessante Geschichte erzählt.

Prey hat seine Stärken, nur leider nicht da, wo ich sie gerne hätte. Die oben genannten Schwachstellen führten bei mir immer wieder zu Frust. Die Geschichte, wenn auch interessant, ist wegen dem Questdesign und der schwachen Präsentation leider untergegangen. Ich hätte mir von Prey einen anderen Ansatz erhofft. Ein empfehlenswertes Spiel für alle, die gerne verschiedene Lösungswege ausprobieren und ihren zweiten Spieldurchlauf optimieren wollen. Ich wäre gerne tiefer in die Welt eingetaucht um eine toll inszenierte Geschichte zu erleben, doch dafür ist Prey die falsche Wahl.

Introvert Check: Leider nein!

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